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Nicht mit uns: Wenn Firmen das weite suchen

Nach und nach verliert die Bundesrepublik Deutschland einen großen, wenn nicht sehr großen, Teil seiner Industrieinvestitionen. Denn das ist das Ergebnis einer Befragung von 240 hochrangigen Managern in der EU und der USA zu laute. Unter den Unternehmensvertreter für Deutschland gaben diese mit 31% an ihre Produktion in andere Kontinente zu verlagern oder zumindest darin auszuweiten. 42% gaben an ihre Investitionen in andere europäische Länder zu investieren anstatt in Deutschland oder schieben Investitionen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland vorerst auf.

Laut dem Statistischen Bundesamt haben zwischen 2021 und 2023 mehr als 1.300 Firmen massiv Arbeitsplätze ins Ausland verlagert und dabei im gesamten 71.100 Arbeitsstellen abgebaut. Netto gerechnet gingen damit 50.800 Arbeitsstellen verloren. So gab es in der letzten Zeit, um nur ein paar Beispiele zu nennen, zahlreiche Meldungen über Stellenabbauten in der Automobilbranche:

  • Continental: 7.000 Stellen bzgl. Standortschließungen
  • Michelin: 1.500 Stellen
  • ZF Friedrichshafen: Schließung eines Standorts
  • Volkswagen: Kostensenkung um bis zu 20% bis Ende 2026

Doch auch andere Branchen sind betroffen, so dass auch die deutschen Traditionsunternehmen wie u.a. Miele und Stihl ihren Fokus in Zukunft mehr auf ausländische Standorte legen. Zwar beteuerten beide Unternehmen, dass sie keine Werke in Deutschland schließen wollen, betonten dabei aber auch, dass dieses zumindest nicht vorerst geschehen wird. Ausgeschlossen ist dies also nicht. Ein Beispiel wie schnell es gehen kann machte u.a. der Solarhersteller Mayer Burger, welcher aus Konkurrenzgründen aus China in die USA gegangen ist.

Doch nicht das sich nur immer mehr deutsche Firmen ins Ausland verlagern, sondern auch immer mehr ausländische Firmen immer weniger in deutsche investieren. Im Jahre 2023 lagen laut des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) die Direktinvestitionen aus dem Ausland bei 22.000.000.000 Euro (22 Milliarden). Weniger war es zuletzt nur vor zehn Jahren. Zum Vergleich lagen in den Jahren 2018 und 2020 noch die Investitionen ausländischer Firmen noch bei 140.000.000.000 Euro (140 Milliarden).

Die Gründe

IW-Ökonom Christian Rusche:

Die Politik macht es für Unternehmen alles andere als attraktiv, in Deutschland zu investieren.

1. 📑 Bürokratie

Negative Beispiele für die Bürokratie in der Bundesrepublik Deutschland gibt es mehr als genug. Denn bei 1.792 Gesetzen mit im gesamten 51.155 Einzelnormen, welche in Deutschland regeln wer was wie bauen und herstellen darf, macht es den Unternehmern nicht einfach. Vor 10 Jahren sah dies mit 8.000 Einzelnormen hingegen noch anders aus. In der heutigen Zeit ist die Tendenz jedoch eher steigend als fallend, so dass die Bürokratie für viele Unternehmen ein Dorn im Auge ist. Denn all die Gesetze und Einzelnormen kosten den Unternehmen von Jahr zu Jahr viel Zeit und Geld. Als Beispiel nehmen wir einmal die Genehmigungsverfahren, welche, wenn sie dann überhaupt erfolgreich abgeschlossen werden, mehre Jahre dauern können. Solch Genehmigungsverfahren kosteten im vergangenen Jahr den Unternehmern 23.700.000.000 Euro (23,7 Milliarden). Dies ist nicht nur so viel wie nie zuvor, sondern muss obenrein auch noch alles auf Papier erledigt werden, da solch Verwaltungsprozesse bisher immer noch nicht digitalisiert wurden.

2. 🖥️ Digitalisierung

Bei der Digitalisierung mangelt es in der Bundesrepublik Deutschland an vielen Enden. Das größte Problem ist dabei die Verfügbarkeit eines schnellen Internets und insbesondere auch dem mobilen Internet. Eines gleichen kennen auch die Otto-Normal-Bürger, welche ebenso mit dem Problem zu kämpfen haben und das nicht nur in abgelegenen Ortschaften. Denn der Ausbau zum Glasfaser-Standard verläuft in Deutschland bei weitem mehr als schleppend. Laut OECD liegt Deutschland mit einer Abdeckung von nur 11,19% auf gerade einmal den drittletzten Platz. Island und Südkorea hingegen haben derweil 90% aller Breitbandanschlüsse bereits Glasfaser.

3. 🔌 Energiepreise

Die Bundesrepublik Deutschland war lange Zeit mit dem günstigen Gas aus Russland versorgt. Doch nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs schossen die Energiepreise bis ins unglaubliche. Zwar sind die Energiepreise wieder gesunken, doch beklagen sich zum Beispiel vor allem die energieintensive Stahl-Industrien über die entstehenden Kosten. Der Volkswagen-Chef Oliver Blume sagte dazu:

Energiepreise spielen eine große Rolle, wo wir aktuell in Deutschland nicht wettbewerbsfähig sind.

4. 💰 Steuern

Wenn man Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge addiert, so zahlen Privatpersonen in der Bundesrepublik Deutschland einen der weltweit höchsten Steuer- und Abgabensätze. Demnach fallen auch die Lohnkosten entsprechend hoch aus.

Was haltet ihr davon das immer mehr Firmen das weite suchen?
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